Situation bei der Ernte 2023
Die Witterung des Vorjahres führte in vielen Gebieten zu sehr stärkereichen Maissilagen aufgrund kurzer Maispflanzen bei guter Kolbenausbildung. Stärkegehalte in Maissilagen von über 40% in der Trockenmasse sind keine Seltenheit.
Zu viel Stärke im Pansen
Stärke ist grundsätzlich eine gute Energiequelle, es kann aber auch zu viel des Guten sein! Wie sehr sich der Stärkegehalt der Maissilage in der Gesamtration auf den Maststier oder die Milchkuh auswirkt, hängt einerseits vom Anteil in der Ration, dem Trockenmassegehalt, der Kornzerkleinerung und der Lagerdauer ab. Zucker aus Grassilagen sowie Stärke durch das Kraftfutter erhöhen den Anteil an pansenabbaubaren Kohlenhydraten zusätzlich.
Mit zunehmender Lagerdauer werden die Nährstoffe im Pansen immer schneller abgebaut. Somit besteht in den Frühjahrs- und Sommermonaten das Risiko für Pansenübersäuerungen durch zu rasche bzw. zu hohe Säureanflutung. Hier muss die Ration geändert werden.
Verstärkt wird das Risiko bei Hitzestress, Futterselektion, wenigen, hohen Kraftfuttergaben und Nacherwärmung. Die Tiere nehmen hier ungleichmäßig das Futter auf, wodurch die Fermentation im Pansen stark beeinträchtigt wird. Im Pansen herrscht bei übertriebenem Stärkeabbau ein Machtkampf zwischen stärkeabbauenden und säureempfindlichen Mikroben. Es werden dabei sogar Toxine gebildet, welche die Pansenschleimhaut sowie sämtliche Blutgefäße im Tier entzünden.